Neufundland und was bisher geschah

Der “Übelkeitspatch” klebt schon seit 15 Stunden hinter meinem linken Ohr. Wir sind auf dem Weg nach Neufundland. Die ersten 30 Minuten der 7-8 stündigen Überfahrt dacht ich mir, dass das Pflaster übertrieben gewählt wurde. Kann man es mir verdenken? Nachdem ich eines der seltenen Exemplare bin, dem auf einer Luftmatratze im Pool schon übel wird, griff ich in der längsten Bootfahrt meines bisherigen Lebens zum Stärksten ?.

Dann, kaum hatte die Fähre die schützende Bucht von Nord Sydney in Nova Scotia verlassen, ging es zur Sache. Die Fähre wurde von den riesigen Wellen wie eine Spielzeugente im Badewasser eines aktiven Babys herumgewirbelt. Dem Ratschlag zu folgen “immer auf den Horizont zu blicken” stellte sich als schwierig heraus. Wo war er nur, der Horizont? Oben oder unten? Nein, links und manchmal schräg ;-). Auf die Toilette zu gehen, glich einem Lauf auf einem Hochseilgarten mit 2 Promille Alkohol im Blut – abenteuerlich. Noch 5 Stunden. Nicht zu viel trinken.

Ich fragte mich, was ich zu Zeiten von Leif Erikson getan hätte, wenn ich Teil seiner Mannschaft gewesen wäre? Ganz ohne Pflaster hatte er und andere Wikinger die Insel um etwa 1000 Jahre nach unserer Zeitrechnung “entdeckt” und besiedelt. Bei L’Anse aux Meadows (einfach aussprechen wie man es schreibt) kann man verkleidete Neufundländer in dem nachgebauten Dorf erleben.

Neufundland

Wir setzten unsere Füsse ein wenig südlicher bei wunderschönem Wetter in Port-aux-Basques an Land und erlebten wenig später unseren ersten Sonnenuntergang in der östlichsten Provinz Kanadas.
Hand aufs Herz – wer wusste wo Neufundland liegt? Die Insel, die grösser als Österreich ist und mit etwa 500.000 Einwohner nicht gerade dicht besiedelt ist, hat nur 3 “gute” Reisemonate (Juni – August). Der Rest ist Winter. Punkt.
Den wohl berühmtesten Punkt steuerten wir zugleich an, den Gros Morne National Park. Er zählt zu den landschaftlich reizvollsten Gegenden Nordamerikas und wurde 1998 UNESCO Weltnaturerbe. Mal schauen…
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Was ist seit Washington DC passiert?

Wir haben Philadelphia besucht und die Hauptstadt der Welt erlebt (ich meine New York City – ja, NYC nicht London ;-)). Wir spazierten den Freedom Trail in Boston entlang und besuchten Harvard, das ich nach zahlreichen Kursen auf EDX bzw. HarvardX endlich live erleben wollte. Wir erkundeten Cape Cod und Martha’s Vineyard, das jedes Jahr von wohlhabenden und berühmten Amerikanern besucht, von Millionen Touristen “heimgesucht” wird und fuhren schließlich zum einzigen National Park in Maine – dem Acadia National Park, in dem wir wanderten, den Canada Day erlebten (und das in der USA) und unseren ersten Hummer aßen.
Nach 26 Bundesstaaten in den USA erreichten wir nun nach über 5 Monaten erneut Kanada, dieses Mal den Osten. New Brunswick war unser erster Stopp, dann weiter nach Nova Scotia. Wir sind einen Teil des Capot Trail auf Cape Breton, dem nördlichsten Teil von Nova Scotia, entlanggefahren. Laut Reiseführer einer der schönsten Straßen der Welt und haben uns am 42. Geburtstag von Nina kurzerhand entschlossen mit der Fähre nach Neufundland überzusetzen.

Keine Vergleich, sagen alle, oder ?

So wunderschön und unterschiedlich der Süd und Ostteil der USA auch war, es gab nichts (außer New York City), das uns länger halten konnte. Menschen, Land und die jeweilige Kultur der einzelnen Staaten kann sich nicht (unserer Meinung) mit dem Charme der Westküste messen. Nur all zu oft vergleichen wir die besuchten Orte mit dem Westen. Ein Fehler, ja klar. Vergleichen hat im Reisen nichts zu suchen, weiß man doch, sagen doch alle, oder? Ganz im hier und jetzt zu sein lautet die Devise, doch steht immer die nächste Planung an. Wo übernachten wir heute, wo tanken wir morgen, wo kaufen wir ein? Wie flexibel ist der nächste Stopp, wenn es uns hier gefällt? Wo ist das nächste WLAN? Wie ist das Wetter? Was kann bei welchem Wetter gemacht werden? An dieser Stelle gleich an diejenigen Leser, die denken “es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung” – schon mal bei 45 Grad Celsius im Auto ohne Zugluft, Ventilator oder Klimaanlage geschlafen? Oder schon mal Kajak gefahren auf dem Meer mit 3 Meter hohen Wellen? ?

 

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Philadelphia

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New York City

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Boston und Harvard

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Cape Cod and Martha’s Vineyard

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Acadia National Park

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Hi, ich bin Jürgen. Die meisten kennen mich als Jay. I know, das kann manchmal verwirrend sein. Wie ich zu meinem neuen Namen gekommen bin, hat mit hunderten falschen Starbucks Bechern, die allesamt mit anderen Namen beschriftet waren, zu tun. So kraftvoll wie in diesen letzten Jahren ist mir das Leben noch nie begegnet und es darf mich nicht wundern, dass ich das Reich von schnellen und unpersönlichen Geschäften und dem Erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft hinter mir gelassen habe. Ich habe mein Sakko gegen Wanderkleidung und Shorts getauscht, das Aftershave gegen Insektenspray und mein Auto gegen einen Camper.

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