Mexiko

Ja, Mexiko. Wir sind dem verrückten Belize entflohen und haben Zuflucht in Mexiko gesucht. Mit Erfolg. Dazu gleich mehr.

Nur noch raus hier!

Wie ich schon im Beitrag um Belize geschrieben habe, sind die Zustände dort nicht zum Ausspannen oder zur Erholung gedacht. Neben dem Seegras, den Sandflies, der Verwahrlosung der Häuser und Menschen, kamen noch jede Menge Moskitos, Kakerlaken und ein Skorpion hinzu. Dieser hatte es sich gerade in meinem Handtuch gemütlich gemacht, als ich mich abtrocknen wollte. Er fand das nicht so lustig und hat mich mal schnell in den Oberschenkel gestochen. Da schoss mir eine Gleichung durch den Kopf, die ungefähr so ging:

Skorpion + klein und schwarz + Stich + Land ohne medizinische Versorgung = Schlecht

Ich korrigierte das Ergebnis nach einem kurzen Nachrechnen auf “Sehr schlecht”. Im Nachhinein kann ich sagen, es schmerzte höllisch, aber nach zwei Tagen war es das auch. Nachdem unser Vermieter sehr relaxed war – ob dies den Unmengen an Alkohol geschuldet war, kann ich nicht sagen – liess er sich nur auf eine Geldzurückerstattung ein, als wir Ihn drohten eine schlechte Bewertung abzugeben. So fuhren wir noch am selben Tag nach Cayo, ins Grenzland zu Guatemala, wo Mayageschichte auf uns wartete.

Cayo – auch keine gute Idee

Grundsätzlich erlebt man Belize als Entwicklungsland – was es ja auch ist. Nirgendwo wird das so deutlich wie im Grenzland zu Guatemala. Es gibt hierzu viele Geschichten von Drogen, Mord und Totschlag, etc.. Das Netteste ist noch, von jedem dort abgezockt zu werden. Preise auf Karten in “Restaurants” oder in Supermärkten stimmen bei der Bezahlung nicht oder werden einfach ignoriert. Macht man die Menschen darauf aufmerksam, kommt die Antwort, dass dies ein alter Preis sei. Wir haben mehrer Ausflüge gemacht. Zwei sind eine Erwähnung wert:

Xunantunich

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“Welkooom to Shun-na-te-nutsch”, tönte es mit stolz geschwelter Brust von unserem Guide Elfuego. Elfuego war der Vater unseres eigentlich gebuchten Guides, der eine kleine Terminkollision damit löste, indem er uns kurzerhand seinen Vater schickte. Elfuego war etwa 80 Jahre alt (vielleicht älter) und wuchs in den Gärten von Xunantunich auf. Seine Mutter war eine der ersten Rangerinnen im Park, als dieser gerade für Touristen seine Tore öffnete. Xunantunich ist zwar nicht die grösste, auch nicht die älteste Maya Ruine von Belize aber einer der bedeutensten. Es war ein Ort der Spiele und der Empfänge. Auf dem Weg zur bedeutendsten Maya Stadt der alten Welt – Tikal (heute in Guatemala) – war Xunantunich ein beliebter Ort zum Verweilen, bevor es weiterging. Die Maya hatten zwar Strassen, kannten das Rad, benutzten es jedoch nicht als Transportmittel. Somit mussten alle “Herrscher” und die oberen und wichtigen Führer zu Fuss überall hin und Xunantunich war eine gute Haltestelle.

Im Gegensatz zu den Stätten der Maya in Mexiko sind die Stätten von Belize und Guatemala nicht durch die Conquistadors (Spanier mit Waffen auf der Suche nach Gold) ausgelöscht worden (Naja, ein paar sicher), sondern verschwanden aus nicht ganz geklärten Gründen.

Am beeindruckendsten war unser Führer, der uns vom Leben hier erzählte, als er selbst hier aufgewachsen war. Welche Früchte und welche Bäume sie wie und wann kochten, assen oder als Medizin verwendeten.

Dazwischen immer wieder Geschichten von den Maya, wie er sie vor langer (sehr langer) Zeit selbst gehört hatte. Als Maya Nachfahre hatte er einen anderen Blickwinkel auf Belize und die Besatzungsmächte von damals.

Im Juli 2016 fanden Forscher der Northern Arizona University eine etwa zehn Quadratmeter große Grabkammer, die den Leichnam eines 20 bis 30 Jahre alten Mannes und zahlreichen Grabbeigaben enthält. Der Zeitpunkt der Bestattung wurde auf vor 1300 Jahren geschätzt. Ungewöhnlich an der Grabkammer ist, dass sie etwa zeitgleich wie die umschließenden Tempel entstanden ist, während es bei den Maya im Gegensatz zu etwa den Ägyptern eher üblich war, Grabkammern an bestehende Tempelanlagen anzubauen.

ATM Caves (= Actun Tunichil Muknal)

Actun Tunichil Muknal (die Höhle der Kristallgräber), auch lokal als ATM bekannt, ist eine Höhle in Belize, in der Nähe von San Ignacio. ATM ist eine archäologische Ausgrabungsstätte der Maya mit Skeletten, Keramik und Steinzeug. Es gibt mehrere Bereiche mit Skelettresten in der Hauptkammer. Am bekanntesten ist “The Crystal Maiden”, das Skelett eines Jugendlichen – möglicherweise ein Opfer, dessen Knochen zu einem funkelnden, kristallisierten Aussehen verkalkt ist. Das Interessante aus meiner Sicht ist der Weg durch die Höhle und dies ging so:

Helm auf und die ersten 20 Meter schwimmen. Das Wasser war kühl und frisch und reichte uns manchmal bis zu den Hüften, manchmal schulterhoch und oft nur bis zu den Knöcheln, begleitet uns aber stets auf unseren erstaunlichen Weg durch die Höhlen. Unser Guide Danny, der untertags Guide für die ATM war und am Abend Polizist in San Ignazio, erklärte uns in richtig portionierten Geschichten, den rituellen Zweck der Höhle der Mayas. Da wir die ersten an diesem Tag (es war 8am) waren, war es ruhig und dunkel.  Unsere Stirnlampen erhellten als einzige Lichtquelle das ein oder andere Detail. Immer wenn ich dachte die Höhle endete, ging es durch einen schmalen Spalt, liegend, krabbelnd oder schwimmend weiter. Am Ende der Wanderung erwartet uns eine grosse Tropfsteinhöhle mit Überresten der Maya. Töpfe, Scherben und einige Skelette lagen direkt vor unseren Füssen. In Europa und natürlich auch in den USA, wäre es schlicht verboten, eine solche Tour anzubieten. Es wäre zu gefährlich. Stolperfallen überall und manche Passagen waren schrecklich eng. Nach etwa zwei Stunden, in denen man völlig durchnässt in der Höhle herumstapfte, war man froh wieder den Rückweg anzutreten un das Sonnenlicht zu sehen.

Mexiko

Nachdem unser Vermieter des kleinen Airbnb´s nahe San Ignazio einen Wutausbruch gehabt hatte und Nina sich angegriffen fühlte, verliessen wir auch diese Gegend, um ins sieben Stunden nördliche Mexiko, nach Tulum zu fahren. Ab der Grenze veränderte sich unsere Reise zum Positiven. Wir lernten auf der Grenze ein junges deutsches Paar kenne, Martina und Sebastian, dass soeben Ihren gemeinsamen Urlaub beendete und hierzu nach Mexiko retour fuhr. Wir assen zu Mittag in Bacalar, einer jungen und dynamischen Stadt die gerade dabei war sich zu entwickeln. Bacalar liegt an der gleichnamigen Lagune, einem Süßwasser Paradies, das einfach nur atemberaubend aussieht.

Tulum

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Auf dem Weg zum Tulum Beach, nahmen wir eine argentinische Aussteigerin mit, die seit fünf Jahren durch die Welt reist und selbstgemachte Bikinis verkauft. Sie empfahl uns einen Beachclub (ein Restaurant und Bar direkt am Meer), in dem wir frisch gefangenen gegrillten Fisch und andere Köstlichkeiten assen, tranken und mit offenen Mund die wundersame Szenerie am Beach von Tulum bestaunten. Untermalt von einer Liveband vor einem türkis und jadefarbenen Wasser, beobachteten wir im Sonnenschein in unseren Loungestühlen, schöne Frauen und Männer jeden Alters, die eine interessante Mischung aus hip, attraktiv, alternativ und ein wenig verrückt waren. Die Mode schien hier ebenso andere Wege zu gehen, wie die Restaurants, Unterkünfte, Bars und Geschäfte. Es gab ein Beach Fitness Center, überall Yoga und gechillte Menschen, die an Liebe, Frieden und natürlich auch an das liebe Geld glaubten

Hier ein Szene, die in Tulum normal zu sein scheint:
“Come on guys, join our Party”, eine junges attraktives Girl im knappen Bikini tanzte mit bemaltem Gesicht vor unserem Auto herum und lud uns ein, zur Party zu kommen. Im Schatten bewegten sich Männer und Frauen zu nicht allzu lauter Musik – lachten, tanzten und tranken.

Playa del Carmen

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So anziehend Tulum auch ist, so teuer ist es. Der ehemalige Aussteigerrort Tulum ist nicht mehr für jedermann finanzierbar. Etwa 350 USD pro Nacht muss man für eine Hütte am Meer bezahlen, ein wenig günstiger wird es im Hinterland. Daher haben wir uns für ein Hotel im nächsten Touristenort “Playa del Carmen” eine gute Stunde nördlich entschieden.

“Playa del Carmen ist das was Tulum in 20 Jahren sein wird”,erklärte uns ein Aussteiger aus Argentinien in Tulum. “Der Tourismus ist unaufhaltsam und gut für die Region, man müsse nur wissen, wann man weiterziehen muss, um wieder in einem nicht touristischem Zentrum zu leben”.

So fanden wir Playa del Carmen auch vor. Es ist für Touristen gemacht. Service wird hier noch gross geschrieben und es hat alles was das Urlauberherz begehrt. Schicke, einfache, teure, billige, hippe, luxuriöse Restaurants und Bars säumen die gut 2 Meilen lange Touristenstrasse. Hier kann man Party machen, Gepflegt ein gutes Glass Wein trinken, tanzen, shoppen oder einfach nur in der 30 Grad warmen Nacht der Mexikanischen, Kubanischen und modernen Musik lauschend und durch die Strassen schlendern.

Ein besonderer Dank an dieser Stelle an unsere neuen Freunden Stefanie und Thomas, mit denen wir einige Tage in Playa del Carmen verbringen durften. Wir sehen uns bestimmt wieder!

Back to the Road

Nach nun 3 Wochen flogen wir gestern nach Houston Texas retour. Von dort wird es nun richtig Osten gehen. Wir werden künftig öfter kleinere Beiträge schreiben und aktuelle Bilder auf Instagram und Facebook posten. Bitte gebt uns euer Feedback im Kommentarbereich, wie ihr derzeit unseren Blog findet und welche Dinge wir verbessern können.

Hi, ich bin Jürgen. Die meisten kennen mich als Jay. I know, das kann manchmal verwirrend sein. Wie ich zu meinem neuen Namen gekommen bin, hat mit hunderten falschen Starbucks Bechern, die allesamt mit anderen Namen beschriftet waren, zu tun. So kraftvoll wie in diesen letzten Jahren ist mir das Leben noch nie begegnet und es darf mich nicht wundern, dass ich das Reich von schnellen und unpersönlichen Geschäften und dem Erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft hinter mir gelassen habe. Ich habe mein Sakko gegen Wanderkleidung und Shorts getauscht, das Aftershave gegen Insektenspray und mein Auto gegen einen Camper.

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