Encinitas

Feels like home – Kalifornien und #covid19

Hallo lieber Leser, lieber Freund, liebe Familie verstreut auf dieser schönen Welt. Euch allen einen wunderschönen Frühlingsbeginn. Wir hoffen es geht euch gut, seid gesund und nicht in Panik.

Golden Gate Bridge

Schon wieder sind 1 1/2 Monate seit unserem letzten Beitrag vergangen. Eine Menge ist passiert, in dieser Zeit. Wir durften neue Freunde in unserm Leben begrüssen, vertieften uns in das Thema US Visa, genossen Wärme, Meer und die Wüste und wie immer sind wir fleissig am Pläne schmieden.  

Wenn ihr bis zum Schluss unseres Posts durchhält, dann gibts auch noch ein paar Worte von uns zu unserer Situation mit dem #covid-19. Hier erstmal etwas zur Ablenkung für all diejenigen, die in Selbstquarantäne sind.


Ein langer Tag

Dafür entführe ich euch erstmal vom warmen Südkalifornien mit seinen ewigen Sandstränden etwa 1 1/2 Monate zurück an einen kalten, regnerischen und ganz und gar unfreundlichen Ort – der Grenze zwischen der USA und Kanada, nur etwa 30 Minuten südlich von Vancouver gelegen.

Die Mittagszeit ist schon lange vorbei, wir sind hungrig, leiden ganz schrecklich unter Kaffee-Enttzug und vor mir sitzt ein Grenzpolizist, der heute morgen beschlossen hatte, zwei Weltreisenden die Einreise so schwer wie möglich zu machen. Und er war gut in seinem Job. Sehr gut sugar.

“Kein WLAN”, sagte er mir wiederholt und blickte zur nächsten Person in der Schlange, wedelte mit seiner Hand, als ob er eine Mücke verscheuchen wollte und rief ohne aufzuschauen. “NEXT!”.

Ich ging zurück zu Nina. “Er lässt uns nur einreisen, wenn wir nachweisen, das wir genug Geld am Konto haben, um uns für sechs Monate versorgen zu können”, fasste ich das “Gespräch” mit dem Polizisten zusammen. 

Um das zu tun, benötigten wir Internet, um unsere “Bank App” zu öffnen. Die Grenze verfügt über kein WLAN und wir hatten kein funktionierendes mobiles Internet dabei. Auch wenn wir zurückfahren würden, hätten wir ein “Einreise verweigert” in unserer Akte und das wäre alles Andere als gut für die Zukunft. 

Die Lösung zu unserem Problem sass in Form drei junger Asiatinnen einige Meter von uns entfernt. Nachdem ich mich vorgestellt hatte und die Situation erklärte, willigten sie ein, uns einen Hotspot herzustellen – Einigkeit macht stark. Wir stellten fest, wir waren nicht die Einzigen, die einen schlechten Tag an der Grenze hatten.

Es bedurfte etwa 20 Minuten und sechs mit 5cm langen Fingernägel verzierten Händen, um einen Hotspot herzustellen. Mit dem Telefon der Asiatinnen und unserem standen wir eine halbe Stunde später vor dem Grenzbeamten und zeigen ihm unseren Kontostand. Viele Fragen folgten, dann liess er sich unseren Fahrzeugschlüssel aushändigen und verschwand für eine gute Stunde um unser Auto und alle darin, in Tetris Perfektion, angeordneten Dinge zu durchwühlen.

Als er zurückkam und ganze fünf Minuten in unserem Pass blätterte, hatte er doch noch etwas gefunden, um uns den Tag zu erschweren. Er verkündete, dass wir nun OK zur Einreise wären und im April ausreisen müssten – aus den sechs Monaten würde nichts werden.

“Wie bitte?”, fragte Nina mit ungedultiger Stimme nach. Er lächelte innerlich (äußerlich behielt er sein Pokerface) und erklärte, dass wir in die USA im November eingereist wären und daher, nach Ablauf der sechs Monate, ausreisen müssten. Er sprach unsere Zwischenlandung in Seattle an, als wir von Frankfurt nach Victoria geflogen Warren.

Nina erklärte die Situation und als er ihr zu verstehen gab, dass ihn das Alles recht wenig interessierte, verlangte sie nach seinem Vorgesetzten. Zum Trotz aller Verhaltensregeln und Horrorgeschichten an den US Grenzen, klappte das Manöver und wir bekamen die neuen 6 Monate.

Die Einreise in die USA war nie ganz einfach doch fünf Stunden, war auch für uns neu. Wir verliessen erleichtert mit erhöhten Kortisolwerten das Grenzareal und befanden uns auf dem Weg zum nächsten Problem, das eine Lösung bedarf.


Unser Amerikanisches/Kanadisches Wohnmobil

RV Gas Station
First Fuel Stop in the US

Wir waren drei Stunden zu spät als wir bei John, unserem Importer, nur 30 Autominuten von der Grenze entfernt, ankamen. 30 Tage waren vergangen seit unser Wohnmobil importiert wurde und die gesetzliche Sperrzeit auf dem Parkplatz von John verbrachte. 

Nun waren wir ein wenig nervös. Lt. unseren Recherchen, die wir von Vancouver durchgeführt hatten, gab es keine Möglichkeit unsere Wohnmobil im Bundesstaat Washington oder Oregon anzumelden. Internetforen von Reisenden und Reiseführerer war hier sehr unklar und wie meist voller Halbwahrheiten. Wir qälten uns durch unzählige Warteschleifen des DMV – auf gut Deutsch Fahrzeugzulassungsamt – und erhielten schliesslich eine klare Absage. Nein. Um ein Fahrzeug zu registrieren, würden wir einen Adresse und Führerschein im Bundesstaat Washington benötigen. 

Von Vancouver aus, beschrieben wir John die Situation und er machte ein paar Telefonate. Er rief zurück und wir sendeten ihm unsere Führerscheine, Passkopien und noch ein paar andere Unterlagen. Er meinte, es sollte Alles klappen. Eine Freundin von ihm hatten einen Weg gefunden. Und genau zu dieser Freundin waren wir nun auf dem Weg. Eine Stunde später hielten wir glücklich unsere Nummerntafeln in den Händen und waren Richtung Campingplatz unterwegs. Unser “Goldi” war nun offiziell Amerikaner. Wie stolz wir doch auf ihn sind.

Wir brauchten bis spät in die Nacht hinein um unser Zuhause wohnlich zu machen. Mir mussten zu allererst die Spuren der Zollbeamten beseitigen, dann reinigten wir die Wassertanks (es waren noch die Frostschutzmittel in den Leitungen), verstauten Kleidungen und Küchenutensilien und führten ein paar kleine Reparaturen durch. Es gab ein Problem mit der Elektrik, dem Warmwasserboiler und dem Kühlschrank. Irgendwann, spät abends, fielen wir erschöpft in unser geliebtes Bett. Die erste Nacht in unserem Zuhause. Ich blickte glücklich zu Nina. Wir waren wieder hier. “Ab morgen gehts in die Wärme”, waren ihre letzten Worte. Dann schliefen wir ein.


Kalifornien – Im Gold Country

The Barn

Nach zwei Tagen Fahrt erreichten wir Kaliforniens ehemaliges Goldrausch Gebiet. 1 1/2 Stunden von Lake Tahoe und etwa 2 Stunden von der Bay Area mit San Francisco entfernt, lag das Anwesen von Freunden – mitten im Goldcountry. Jeff und Melissa hatten wir vor etwa zwei Jahren in Salt Lake City an einem Campground kennengelernt.

Schnell hatte sich eine Freundschaft entwickelt. Wir freuten uns sehr die Beiden nach über einem Jahr wiederzusehen. Die nächsten zwei Wochen verbrachten wir auf dem riesigen Grundstück in deren Mitte eine riesige Scheune stand. Wir unternahmen Spaziergänge und kochten gemeinsam. “Ist es nicht fantastisch lange Spaziergänge am eigenen Grundstück unternehmen zu können”, sagte ich eines Abends begeistert zu Nina.

Sie nickte nur als wir an dem Teich entlang zurück von unserer Runde kamen. Wir genossen die Sonne, die wie es sich für Kalifornien gehört, jeden Tag schien und Wärme und leuchtende Farben mit sich brachte. Die in allen Rot- und Orangetönen leuchtenden und ewig wirkenden Sonnenuntergänge nicht eingerechnet.

Wir lernten auch an einem Tag die gesamte Familie kennen. Die zwei Töchter mit Ehemännern und alle fünf Enkelkinder.

Der riesige Innenraum der Scheune diente dabei als gigantischer Spielplatz – der wahr gewordene Traum eines jeden Kindes. Mit den Rädern durch die Scheuen rasen, ein eigenes Puppentheater, Angeln im Teich, Hufeisenwerfen, ein traumhaftes BBQ mit vielen leckeren Dingen (natürlich alles BIO), ein wenig im Whirlpool zum planschen und ein Fotograf (=ich), der einem den ganzen Tag die Kamera ins Gesicht hielt.

Es war ein schöner Tag, an den wir noch lange denken werden. An Abend schrieb ich in mein Reisetagebuch “Was für ein schöner Tag. Voller Gelächter, gutem Essen und interessanter Gespräche, mit so viel lieben Menschen. Und jetzt zum Abschluss blicke ich auf einen wunderschönen Sternenhimmel, wie ich ihn seit Neuseeland nicht mehr gesehen hatte.


The Bay Area

Bay Bridge at night

Von der Range aus besuchten wir die Bay Area – also San Francisco und Umgebung – für ein paar Tage. Wir lieben das Leben und die Sehenswürdigkeiten von San Francisco. Allen voran die Golden Gate Bridge gefolgt von der häufig unterschätzen Bay Bridge, das quirrlige Chinatown, dem Palace of Fine Art, den Ghiradelli Square und natürlich einen Sonnenaufgang am Slacker Hill mit Blick auf die Stadt mit der Golden Gate dazwischen.

Wir besuchten auch einige Orte im Valley, wie Mountain View, Palo Alto und San Carlos, wir besuchten Freunde und assen in einem der besten Burger Lokale der Westküste.

Diesesmal waren wir auch aus geschäftlichen Gründen hier. Die Bay Area war die erste Station für einen Standort unseres eventuellen zukünftiges Business.

The Golden Gate Bridge

Unerwartetes Treffen mit Freunden

Wie ein Zufall es so haben wollte, waren gerade zwei gute kanadische Freunde in San Francisco – Jeanne und Gordon. Sie besuchten die Hochzeit von Jeanne’s Sohn, der recht ungeplant heiratete, um anschliessend nach Luxemburg zu ziehen. Es war ein schönes Treffen in meinem Lieblingscafe in Larkspur – der Rustic Bakery. Wenn ihr ein fast perfektes Croissant ausserhalb von Paris haben wollt, seid ihr hier genau richtig.

Wir hatten uns seit zwei Jahren nicht gesehen und daher Einiges zu erzählen. Gordon und Jeanne reisten jedes Jahr für einige Monate in der Welt herum. Meist in Europa. Diesesmal ein paar Monate in Südostasien und nach diesem kurzen Zwischenspiel in San Francisco würde es nach Portugal weitergehen. Niemand von uns wusste zu dieser Zeit, wie dramatisch sich die Situation in Europa in den nächsten Wochen entwickeln würde.


Pismo Beach

Thousends of Butterflies

Auf dem Weg zu unserem nächsten Stop, Santa Barbara, blieben wir einige Nächte in Pismo Beach stehen. Wir waren gerade rechtzeitig, um das jährliche Schauspiel der Schmetterlinge zu beobachten. Tausende Schmetterlinge hatten ein ganz kleines Gebiet hier in Pismo Beach ausgewählt, um zu larven.

Ein einmaliges Schauspiel. Eine Rangerin klärte uns auf, dass es vor zwanzig Jahren noch Millionen waren. Mich erinnerte, die von Schmetterlingen gefüllte Luft, an Mexiko, als wir vor 1 1/2 Jahren in einen “Schmetterling Sturm” geraten waren. Der Himmel war fast schwarz in der untergehenden Sonne, gefüllt mit tausenden von Schmetterlingen. Diese paar hundert Meter fuhren wir mit offenen Mund durch den Schwarm (die Fenster waren geschlossen). Ein Erlebnis, dass ich wohl nie vergessen werde.


Santa Barbara 

Unser nächster Stop: Santa Barbara. Der zweite, mögliche Standort für unser eventuelles künftiges Business. Für uns gehört Santa Barbara zweifellos zu den attraktivsten Städten Kaliforniens, ja sogar der USA. Die “Perle der kalifornischen Riviera” ist ein Magnet für Touristen, Hollywoodstars und außerordentlich vielen VIPs, die das angenehme Klima, die schöne Landschaft und das reizvolle Städtchen anzieht. 

Das Besondere an Santa Barbara ist sein Stadtbild, wie wir es sonst selten in der USA gefunden haben. 1925 hat ein Erdbeben Santa Barbara erschüttert und den Weg für einen Neuaufbau im pseudo-spanischen Stil geschaffen. So spazieren wir heute zwischen weißen Mauern überzogen mit tiefroten und gelben Blumen, vorbei an Häusern mit warmen Ockerfarben mit roten Ziegeldächern, Balkonen und hölzernen Fensterläden. Ruhige Arkaden beheimaten familiengeführte Restaurants, netten Läden und Boutiquen. Nirgendwo stört ein Hochhaus und neo-barocke Kirchen, Plätze, Cafes, Kneipen, Springbrunnen und Gassen verströmen eine amerikanisch-mediterrane Stimmung. Einzigartig. 

Wir übernachteten wie immer auf dem Cacuma Lake Campground. Ein Naherholungsgebiet nur 30 Minuten von Santa Barbara in den atemberaubenden Santa Ynes Mountains gelegen. Das Licht hier war aussergewöhnlich und der Campingplatz lag direkt an einem riesigen Wasserreservoir. Wie liebten es hier. 

In den nächsten Tagen trafen wir uns mit zahlreichen Immobilienmarklern, sahen uns viele Mietobjekte an und fuhren auf eigener Faust durch die Stadt, um nach “for rent” Schildern Ausschau zu halten. Dazwischen blieb noch reichlich Zeit, um den Strand und die gemütliche Cafe Szene zu geniessen. Wie unsere Internetrecherchen schon gezeigt hatten, war Santa Barbara ein teures Pflaster, was die Mieten betraf. Die Preise schienen teilweise willkürlich festgelegt zu sein und unter 4000 USD pro Monat fanden wir nichts.


Orange County

California Sunset – today in orange

Unser nächstes Ziel für entsprechende Mietobjekte, war Orange County. Das kleinste County von Kalifornien ist so nahtlos an Los Angeles geschweisst, dass Viele es noch zu LA zählten und doch ist es sehr unterschiedlich. Während sich in Los Angeles Alles um Stars dreht, geht es in Orange County ums Surfen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist Disneyland. Ein grosser Teil des Lebens von OC spielt sich an der Küste ab – von Seal Beach nach Huntington, über Newport Beach, bis hin zu Laguna Beach. Ein Surfertraum nach dem Anderen. Orange County gefiel uns aussergewöhnlich gut und die Mieten sind auch etwas günstiger als in Santa Barbara.


Los Angeles

Los Angeles. Als wir das erste Mal 2008 hier waren, haben wir es nicht besonders mögen. Das muss ich einfach zugeben. Das lag ganz einfach daran, dass ich es nicht verstanden hatte. Doch ich war nicht der Einzige der Los Angeles herabgesetzt hatte, viele hatten an LA etwas auszetzen oder blickten von oben herab. Aber jetzt, wo die Welt mit der kalifornischen Bio-Welle, den green Smoothies und fitnessbegeisterten Einwohnern aufgeholt haben, ist LA plötzlich im Zentrum. LA ist voller Kunstgalerien und Museen und jeden Tag eröffnet eine andere architektonische oder künstlerische Meisterleistung. 

Dass Los Angeles aus mehrer Stätten besteht, ist für uns das Faszinierendste. Die Berühmtesten darunter sind vermutlich Beverly Hills, West Hollywood und Santa Monica. Jede von Ihnen hat eine eigene Persönlichkeit. Von den gehobenen Bars und Restaurants am Rodeo Drive, bis zur Strandszene von Venice und Santa Monica. Die Navigation im Grossraum LA ist super einfach, auch wenn man den berüchtigten” rush hour” Verkehr vermeiden sollte. Was uns nicht immer gelang. Wir haben einmal vom Griffinth Observertory zu unserm Campground in OC 3 1/2 Stunden benötigt. Da hilft nur genügend Wasser und Essen im Auto zu haben und die Fahrt zu geniessen.

Unsere Lieblingsplätze besuchten wir natürlich auch. Die Venice Kanäle, die bei so manchen Lokals nicht bekannt sind, Santa Monica und natürlich das Griffith Observeratory. Achja das Hollywood Sign bei Nacht ist ein absolutes muss! Picknick nicht vergessen. Hinter dem Sign sitzen und auf das Lichtermeer der unendlichen Stadt blicken. Ab und zu düste ein Helikopter über uns hinweg, der vermutlich einen Star zu irgendeinem Event oder nach Hause brachte.


Palm Springs

Palm Springs Thursday Night Market

Und dann gings ab in die Wüste. The Rat Pack is back, baby! Oder zumindest ihr Treffpunkt. In den 1950er und 1960er Jahren war Palm Springs, etwa 100 Meilen östlich von LA, der schwingende Zufluchtsort von Frank Sinatra, Elvis Presley und anderen Hollywoodstars. Wir lieben die Retro-Chic-Atmospähre von Palm Springs und die eleganten modernen Strukturen. Erbaut von berühmten Architekten wie Lloyd Wright, Albert Frey oder auch John Porter Clark. In Palm Springs mischen sich Rentner und Snowbirds (=meist Kanadier die für einige Monate dem eisigen Winter entfliehen) bequem mit Hipstern, Reisenden und einer beträchtlichen LGBTQI+ Community.

Wir sind in einer 55+ Community gelandet, die ausnahmsweise auch jüngere Menschen in ihren Park lässt. Wir wurden so herzlich von unseren Nachbarn und der ganzen Strasse begrüsst, dass wir beschlossen länger als nur ein paar Tage zu bleiben. Gleich am zweiten Tag gabs ein Strassenfest “Mardi Gras”. Anstatt in New Orleans diesesmal in Palm Springs.

Hier lernten wir viele liebenswerte Menschen kennen. Darunter auch Peter und Gabi – zwei pensionierte Bodybuilder. In Chemnitz vor dem Mauerfall aufgewachsen waren sie schon immer dem Bodybuilding zugetan. Eine deutscher Ferhnsehsender hatte die beiden als die “Schwarzenegger von Chemnitz” beschrieben. Und jetzt mit Anfang 70 besuchen sie noch regelmässig das Fitnesstudio und wandern täglich mehrer Meilen. Beindruckend. Nach der Wende betrieben sie ein Fitnesstudio in Chemnitz und vor 12 Jahren erfüllten sie sich den grossen Amerikanischen Traum. Sie kauften ein Wohnmobil und bereisten dieses grossartige Land. Jedes Jahr verbringen sie nun das halbe Jahr hier. Die Umstellung fällt ihnen jedesmal schwer, wenn sie nach Deutschland zurückkehren. Wir verstanden die beiden.

Bis auf wenige Ausnahmen hier, sind die meisten 70+ Menschen so fit (körperlich und geistig), dass ich sie mit europäischen Massstäben mindestens zehn Jahre jünger schätzen muss. Kein Witz. Wir haben Otto kennengelernt, der mit 85 einen Porsche gekauft hatte und einen Roadtrip von Kanadas Norden in den amerikanischen Süden macht – jedes Jahr. Robert und Chantal, die mit über 70 den Jakobsweg abgewandert sind, mit dem Rad (kein E-Bike) von Süddeutschland nach Amsterdam sind und heuer gehts von Kroatien nach Wien (naja, vermutlich nicht, aber das ist eine andere Geschichte). Der Witz, Charm und Unternehmergeist ist bei diesen so lebenslustigen Menschen ungebrochen.

Wir genossen die Atmosphäre hier. Auch das Wetter spielte mit. Sonnenschein und das Thermometer lag bei angenehmen 25-30 Celsius. Am Abend sassen wir in den heissen Mineralquellen und staunten über den beindruckenden Sternenhimmel . Am Tag vor unserer Abreise veranstalteten wir ein Strudel-fest mit allen Menschen, die wir bei unserem Aufenthalt kennengelernt hatten. Wir backten 4 Apfelstrudel und 4 Topfenstrudel. Natürlich war der Teig so dünn, das ihr diesen Beitrag dahinter lesen könntet. Es schmeckte! 


Joshua Tree

Nur 1 1/2 Stunden von Palm Springs entfernt liegt der einzigartige Joshua Tree National Park. Die Joshua-Bäume hatten ihren Namen von Mormonischen Siedlern erhalten. Uns scheint es eine skurille Mischung aus Kaktus und Tanne ?

Eingebettet zwischen der Mojave und der Colorado Wüste, ist der berühmte Park in Kalifornien, seit Jahren ein Besuchermagnet. Vor allem der März gilt als Hochsaison und die Campingplätze sind das ganze Monat ausgebucht. Der Joshua-Tree-Nationalpark bietet viele geologische Besonderheiten und eine einzigartige Flora und Fauna inmitten einer faszinierenden Wüstenlandschaft. 

Kletterer kennen “JT” als den besten Platz zum Klettern in Kalifornien. Wanderer suchen versteckte, schattige Oasen mit Wüstenfächerpalmen, die von natürlichen Quellen und kleinen Bächen gespeist werden und Mountainbiker werden von den Wüstenaussichten hypnotisiert.

Im Frühling senden die Joshua-Bäume eine riesige, cremefarbene Blume aus.  Die mystische Qualität, dieser von Felsbrocken übersäten Landschaft, hat viele Künstler inspiriert, vor allem die Band U2, die 1987 ihr Album “The Joshua Tree” betitelte.

Das Beste für uns im JTNP ist der Sternenhimmel oder besser gesagt die Milchstrasse. Wann habt ihr das letzte Mal die Milchstrasse mit freiem Auge gesehen ? Im Joshua Tree kein Problem. Beim Camping im Joshua-Tree Nationalpark könnt ihr einen ungehinderten, überwältigenden Blick auf den Sternenhimmel genießen, den ihr so schnell nicht vergessen werdet.


Encinitas

Encinitas – View from our campsite

Wir verlassen die Wüste und fahren an die Küste. In nur 2 Stunden sind wir in Encinitas. Das friedliche Encinitas empfängt uns mit einer ausgesprochen down-to-earth Surf-Atmosphäre und einem entlosen Strand.  Fast alle südkalifornischen Küstenstädte können als “surfy” eingestuft werden, aber Encinitas scheint diesen Geist besser zu verkörpern, als die Meisten. Hier herrscht das ganze Jahr Spass am Surfen. 

Alle schwärmen vom Klima in Südkalifornien – aus gutem Grund. Sie wissen, dass es ein Ort perfekt ist, wenn 15 Grad Temperatur im Morgengrauen, gelegentliche Regenfälle oder ein paar Wochen bewölkter Himmel im Juni Anlass zur Beschwerde bei den Einheimischen sind. Außerdem gibt es jede Menge großartiger Bars, Restaurants und “Eateries”.

Enchinitas ist unser vorerst letzter Stop bei unserer Recherche, um ein Business zu starten. Das Better Buzz Cafe wurde vom ersten Tag an unser Arbeitscafe – mit gutem Kaffee und bequemen Sitzmöglichkeiten, Strom und Internet. Als Campingplatz haben wir uns den San Elijo State Park ausgesucht. Ein Campingplatz direkt an den Klippen. So erleben wir jeden Tag einen unglaublichen Sonnenuntergang.


COVID-19

Seit ein paar Tage hat #covid19 auch uns erreicht. Lebensmittelgeschäfte sind leergeräumt, Bars, Cafes und Restaurants geschlossen. Heute schliesst der Campingplatz und wir müssen uns einen neuen Platz suchen. Menschen haben sich selbst unter Quarantäne gestellt. So auch wir, bis auf ab und zu in den Supermarkt, um zu sehen, ob es etwas Essbares gibt. Wir bleiben in unserem Wohnmobil. Das Meer vor der Türe ist fantastisch und lädt zu ewigen Spaziergängen ein. 

Bis bald und bleibt gesund.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen Alles Gute. Folgt uns auf Instagram oder Facebook, gebt uns Feedback und gaaaanz wichtig – Lebt euer Leben!

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Hi, ich bin Jürgen. Die meisten kennen mich als Jay. I know, das kann manchmal verwirrend sein. Wie ich zu meinem neuen Namen gekommen bin, hat mit hunderten falschen Starbucks Bechern, die allesamt mit anderen Namen beschriftet waren, zu tun. So kraftvoll wie in diesen letzten Jahren ist mir das Leben noch nie begegnet und es darf mich nicht wundern, dass ich das Reich von schnellen und unpersönlichen Geschäften und dem Erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft hinter mir gelassen habe. Ich habe mein Sakko gegen Wanderkleidung und Shorts getauscht, das Aftershave gegen Insektenspray und mein Auto gegen einen Camper.

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