Asheville und die Smoky Mountains

Rachel kam zum Tisch zurück. Das Smartphone noch immer auf Armlänge von ihr entfernt, das Gesicht auf den Bildschirm gerichtet, von dem aus Ihre Freundin Ann mit einem breiten Lächeln die Szenerie genoss – genau wie wir am Nebentisch. Rachel schwenkte das Smartphone herum und Janet, Adam und Josh gelangten ins Sichtfeld der Kamera. Ann am anderen Ende des Kontinents schrie laut aus dem Smartphone “i love you” und riss somit alle aus einer ernsten Diskussion über die Unterschiede des westlichen zum östlichen Yoga. Janet schrie nun ebenfalls, als sie Ann auf dem kleinen Bildschirm entdeckte, laut “i love you, how are you ?” Richtung Smartphone. Dann erfolgte ein Gruppenkuscheln zwischen Rachel, Janet, Adam und dem Smartphone. Josh lächelte währenddessen gedankenverloren und schien gerne wieder zum spannenden Thema des unterschiedlichen Yoga zurückkommen zu wollen. So schnell das Gruppenkuscheln begonnen hatte, so schnell endete es wieder. Adam fing plötzlich an von einem inspirierenden Lied zu sprechen, das er so sehr liebt. Janet wandte sich vom Smartphone zu Adam und fing ohne Übergang an zu singen. Adam stimmte nur ein paar Sekunden später ein. Ich kann nicht sagen, dass sie ein besonders sympathisches Sängerpaar waren, noch dass Ihre Stimmen für das Singen in der Öffentlichkeit geeignet waren, doch am Einsatz gab es nichts zu meckern. Ihre Finger gruben sich ineinander während sie sich in die Augen blickend einander ansagen. Ihre Arme wanderten über den Kopf und wiegten sich einem Takt, den ich nicht erkennen konnte. Alle anderen, auch wir und Ann, die zwar nur die Decke sah – da das Smartphone nun auf dem Tisch lag, bestaunten die ungewöhnliche Performance – manche mit einem schelmischen Lachen.
Diese und andere Szenen erlebten wir öfters in Asheville, North Carolina. Zugegeben, die Namen habe ich mir ausgedacht. Die Stadt, die als Tor zu den Smoky Mountains gilt, ist anders als erwartet. Schon seit längerem erzählten uns unterschiedliche Personen, dass wir unbedingt nach Asheville, in North Carolina fahren sollen, da es so eine bezaubernde und einzigartige Stadt sei. Einzigartig ist sie auf jeden Fall. Asheville lehrt uns wiedereinmal, dass beim Reisen Vergleiche und Erwartungen keinen Platz haben. Was wir vorfanden, hatte keine Ähnlichkeit mit dem Bild, das wir mit diesen Erzählungen und Beschreibungen gemalt hatten. Nicht annähernd.
Asheville wirkt auf uns, als ob sie keine Entscheidung treffen kann, eine Stadt oder ein Dorf sein zu wollen. Es gibt viele individuelle Stores, Boutiquen, Shops und vor allem “Breweries” (die höchste Dichte an Brauereien gemessen an der Einwohnerzahl der gesamten USA). Daneben die üblichen Chain-Stores, die in jeder Stadt zu finden sind. Egal ob Downtown, West Asheville oder North of Downtown, alle Viertel verströmen den selben Charme. Die Bewohner entsprechen einem besonderen Typus, den wir bisher nur in Durango, Colorado begegnet sind: Jung, ein wenig übertrieben, manchmal jaulend und / oder unerfreulich übelriechend und völlig “stoned” auf der Strasse herumlungernd. Fürs Protokoll: Ich spreche hier nicht von Obdachlosen.
Das schönste an Asheville ist die Umgebung: Great Smoky Mountains National Park, Pishga National Forest, der Blue Ridge Parkway und für alle die Dirty Dancing lieben – Lake Lure – einer der Drehorte. Auch Der Film “The last Mohican” wurde hier gedreht.

Hier unsere Tips rund um Asheville:

Great Smoky Mountain National Park

Die Smoky Mountains oder kurz die “Smokies” ist ein Urwald in der Grösse von 76000 Hektar (780 km2). Die Laubwälder der Smokies gehören zu den artenreichsten Ökosystemen Nordamerikas und der südliche Appalachen-Tannenwald, der die oberen Erhebungen bedeckt, ist der Größte seiner Art. Die Great Smokies sind auch Heimat der meisten Schwarzbären in den östlichen Vereinigten Staaten und der verschiedensten Salamanderpopulationen außerhalb der Tropen. Es gibt eine Vielzahl von Wanderwegen, die von kleinen Spaziergängen bis Mehrtagestouren reicht. Und wer es noch ein wenig weiter möchte, kann den Appalachian Trail wandern, der durch die Smokies läuft.

Blue Ridge Parkway

Der Blue Ridge Parkway ist ein wunderschönes Stück Strasse. Mit 755 km (469 miles) verläuft er durch die Blue Ridge Mountains in North Carolina und Virginia von den Great Smoky Mountains bis zum Shenandoah National Park. Der Parkway gehört zu den meist besuchten National Parks der USA. Bis auf die Jahre 1949, 2013 und 2016 war er sogar der meist besuchte National Park der USA. Der Parkway ist eine Story für sich und ähnlich zum Pacific Highway Number 1 auch so abwechslungsreich.

Lake Lure and Chimney Rock

Über 30 Jahre nach dem Filmstart von Dirty Dancing waren wir hier, am Hauptdrehort von Dirty Dancing. Wie viele heranwachsende Jugendliche in den 80igern kam auch ich nicht an Dirty Dancing herum ? (auch wenn ich den Film vermutlich nicht 50 mal gesehen habe). Hier am Lake Lure, etwa 50 Minuten von Asheville entfernt, sofern nicht Überflutungen und weggerissene Strassen die Anreise erschwerten, liegt Nostalgie förmlich in der Luft. Das meine ich ganz buchstäblich. Der Ort scheint seine besten Jahre schon hinter sich zu haben. So eignet er sich ganz hervorragend, die 30 jährige Erinnerung wieder lebendig zu machen. Einzig das Hotel, in dem der Film gedreht wurde, liegt in Virginia. Dort steht das Historic Lake Lure Inn & Spa mit “Baby’s Bungalow” und “Johnny’s Cabin” zur Verfügung.
Für die Männer: Auch der “The Last of the Mohicans” wurde hier grossteils gedreht. Die letze Sequenz, den Berg hinauf und der berühmte Wasserfall ist hier im Chimney Rock und gilt als zweitgrößter Wasserfall der USA östlich des Mississippi.

Biltmore Estate

Biltmore House ist das grösste Privathaus in den USA mit 16622,9 m2 Wohnfläche!. Noch immer im Besitz der Familie Vanderbilt, dient es heute als Touristenattraktion mit teuren Eintrittspreisen. Wir selbst wollten uns die 75 USD pro Person nicht leisten, darum auch kein Bild von uns.
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Hi, ich bin Jürgen. Die meisten kennen mich als Jay. I know, das kann manchmal verwirrend sein. Wie ich zu meinem neuen Namen gekommen bin, hat mit hunderten falschen Starbucks Bechern, die allesamt mit anderen Namen beschriftet waren, zu tun. So kraftvoll wie in diesen letzten Jahren ist mir das Leben noch nie begegnet und es darf mich nicht wundern, dass ich das Reich von schnellen und unpersönlichen Geschäften und dem Erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft hinter mir gelassen habe. Ich habe mein Sakko gegen Wanderkleidung und Shorts getauscht, das Aftershave gegen Insektenspray und mein Auto gegen einen Camper.

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