the white cliffs of dover

Reif für die Insel – Unsere Reise nach England

Eisiger Wind schlug uns ins Gesicht. Einen Becher Tee in der Hand lehnten wir gegen die Reling und sahen sie am Horizont. Die weissen Klippen von Dover. Unsterblich geworden, in unzähligen Liedern, Filmen und Literatur. 

Die einzigartigen Klippen von Dover sind ein Teil des Nationalen Bewusstseins und sind das grosse und unübersehbare “Welcome Home” Zeichen an Generationen von Reisenden, Kaufleuten und Soldaten. Über 100 Meter hoch erheben sich diese Giganten als Zeitzeugen über den Kanal. 

Nach nunmehr vier Monaten in Europa waren wir “Reif für die Insel”. Wir freuten uns auf endlose grüne Weiden, entzückend romantische Orte, eine Menge Fish und Chips, Tee und Scones und das ein oder andere Bier in einem urigen Pub mit Locals. Willkommen in England, Grossbritannien, Vereinigtes Königreich.


Was bisher geschah – 4 Monate in a Nutshell

Paris

The Eifeltower in Paris
Der Eiffelturm in Paris

Im Mai 2019 verschlug es uns, aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Zufällen, nach Europa. Wir starteten unsere Odyssee in Paris.

Die Stadt der Liebe und die Heimat meines Lieblingsbauwerkes in Europa, der Eiffelturm, ist kein Neuland für uns und so können wir uns ohne Druck, den nicht so bekannten Gegenden und Sehenswürdigkeiten widmen.

Von unserer unglücklichen gemieteten Wohnung (kein Warmwasser oder Internet) im 20th Arrondissement erkundeten wir das Pariser Leben, nach dem Motto “20 Arrondissements in 20 Tagen“.

Wir trafen Reisefreunde, die wir in Neuseeland kennenlernen durften, assen tonnenweise Baguette, Pain-a-chocholat und Croissants, tranken Wein und andere Französische Spezialitäten. Wir “flanierten” wie es nur in Paris möglich ist.


Kopenhagen und Südschweden

Nyhavn in Kopenhagen, Dänemark

Das nächstes Ziel war Kopenhagen. Eher durch Zufall wählten wir diese Destination aus. Wir fanden ein kleines Ferienhaus in Tisvilde, an der dänischen Riviera im Norden Dänemarks. In den nächsten 14 Tage erkundeten wir die Gegend sowie Kopenhagen und besprachen die ersten Schritte unseres Online Projektes, dass seit längerem in unseren Köpfen reifte. Natürlich stellen wir euch unser Projekt vor, sobald es etwas Vorzeigbares gibt. 

Meinen Geburtstag verbrachen wir in Südschweden in einem geschmackvoll eingerichteten Häuschen in einem der Vororte Malmös. Unser Airbnb Hosts, ein verrückter und gleichzeitiger liebenswerter Engländer und seine schwangere, entzückende, schwedische Frau luden uns zum BBQ an meinem Geburtstag ein und sorgten für Unterhaltung und eine Menge Geschichten.

In Tisvilde besuchte uns eine Freundin aus unserer ehemaligen Heimat. Sie war auf Reisen und als sie erfuhr, dass wir nur sechs Autostunden entfernt waren, machte sie diesen Umweg, um uns zu sehen. 

Ein weiterer unglaublicher Zufall fand statt, als wir eine Reisebekanntschaft von Kopenhagen trafen und gleichzeitig ein Reisepaar aus London, das wir ebenfalls in Bali kennenlernen durften, dazu stiessen. 


Deutschland und Frankreich

Strassbourg, Frankreich

Nach etwa einen Monat mussten wir einsehen, dass ein Reisen ohne Wohnmobil für uns eine Qual und nebenbei bemerkt unglaublich teuer war.

So suchten wir uns ein passendes Wohnmobil auf einen der zahlreichen Onlineportalen aus. Wir wurden fündig in Düsseldorf

Einen Flug später standen wir mit der jungen Familie – den Vorbesitzern – in einem Ort ausserhalb von Düsseldorf – und besichtigten das nur sechs Meter lange Wohnmobil. 

Es war top gepflegt und hatte schon eine Reise durch Europa hinter sich und so schlugen wir am selben Tag zu. Die erste Nacht verbrachten wir bereits in unserem “Henry” am Ufer des Rhein mit gekaufter Bettwäsche vom Schwedischen Möbelhaus. Wir fühlten uns auf anhieb wohl in unserem neuen Zuhause. Europa kann kommen.

Von Düsseldorf aus fuhren wir über Mannheim und Strassburg zum Bodensee und besuchten dort jeweils Freunde von unserer Reise.


Österreich – Part 1

Irgendwo in den Alpen, Tirol, Österreich

Für ein paar Tage war es lustig unsere alte Heimat als Touristen zu besuchen. Viel Zeit für Sightseeing fanden wir jedoch nicht. Wir mussten unsere eingelagerten Gegenstände von unserem ehemaligen Haus erneut reduzieren. Das Haus, in dem alles lagerte wurde verkauft und somit blieb kein Platz mehr für unsere Habseligkeiten. 

Unter den eingelagerten Dingen fanden sich meine Bücher – eine menge Bücher, Geschirr, Christbaumschmuck und viele Dinge die wir von Freunden oder von Reisen zusammengetragen hatten. Wir hatten beim Aufbruch in unser neues Leben nur die Dinge eingelagert, zu denen wir eine persönliche Beziehung hatten. Möbel waren keine darunter.

Wir trennten uns vom Meisten. Da verkaufen in der “Alles-muss-neu-sein Welt” kaum Erfolg hat, schenkten wir die meisten Dinge an wohltätige Organisationen. Was gar nicht so leicht ist in Österreich. Der Reichtum hat auch die Ärmsten erfasst und eine Xbox der ersten Generation wird mit einem Lächeln zurückgegeben.

An dieser Stelle sei gesagt, dass wir gerne mehr von euch, den treuen Followers unserer Reise besucht hätten. Wir waren von der Negativität und der Trivialität in unserer alten Heimat, die inzwischen für uns fremd geworden ist, überfordert. Wir waren ganz einfach fehl am Platz und so ergriffen wir nach getaner Arbeit so schnell wie möglich die Flucht.


Sardinien

Sardinien und seine Strände

Wir fuhren auf die zweitgrössten Insel Italiens – Sardinien. Nina hatte schon lange den Wunsch die Insel mit dem Wohnmobil zu erkunden. Gesagt, getan.

Wir wurden von Laure und Julien, unseren Pariser Freunden besucht und gemeinsam verbrachten wir entspannende Urlaubstage an einen der schönsten Strände Sardiniens. Auch eine alte Schulfreundin von Nina besuchte uns spontan. 

An dieser Stelle möchte ich alle von euch auffordern uns ebenfalls irgendwo auf dieser Welt zu besuchen. Meldet euch einfach, wenn Ihr in der Nähe seid. Ein Mittagessen, Dinner oder ein paar Tage gemeinsam – wir freuen uns!


Italien

Somewhere in Tuscany
Irgendwo in der Toskana

Unser nächstes Ziel war Baden bei Wien in Österreich. Dort würden wir nach 20 Monaten Reise Ninas Mutter treffen. 

Wir liessen uns jedoch Zeit. Erkundeten Teile der Toskana, die wir bisher auf unseren bisherigen Reisen noch nicht kannten. Allen voran das Val d’Orcia.

Auch gab ich Florenz, einer Stadt, die ich aus irgendwelchen Gründen nie besonders leiden konnte, eine zweite Chance. Mit Erfolg. 

get lost in venice
Venedig, Italien

Ein weiteres Ziel war Venedig in Norditalien. Eine unglaubliche Stadt, die wir schon oft besucht hatten, doch dieses Mal gehörte uns Venedig fast alleine. So schlenderten wir Hand in Hand durch die engen Gassen anstatt sich irgendwie durchzuschieben bis der Markusplatz erreicht war. Es war wunderbar.


Slowenien

Ljubljana, Slowenien

Nach Venedig fuhren wir nach Ljubljana, der Hauptstadt von Slowenien, und waren beeindruckt von dieser so touristenfreundlichen Stadt.

Die Stadt schien sich ein wenig von anderen grossen Städten Europas abgeschaut zu haben. Die Auswahl an Restaurants und Bars in der Fussgängerzone war überwältigend.

Überall Strassenmusiker und eine Begegnung mit einer Reisegruppe aus Alberta / Kanada, freute uns umso mehr.


Österreich – Part 2

Stephansdom, Wien, Österreich

Wir waren also wieder in Österreich angelangt. Wir verbrachten Zeit mit Ninas Mutter. Unsere Abreise von Österreich war mit einem lächelnden und einem weinenden Auge. Meines war das Lächelnde (wegen Österreich nicht wegen Ninas Mutter :-)), Nina war etwas traurig wegen dem Abschied von ihrer Mutter. 


Ungarn

The Parlament in Budapest Hungary
Der Parlament in Budapest, Ungarn

Wir fuhren nach Budapest. Eine Stadt, die wir obwohl nur sieben Stunden von unserem ehemaligen Wohnort und nur 2,5 Stunden von Wien entfernt war, nie gesehen hatten. 

Die Stadt oder besser gesagt die Städte (Buda und Pest) geteilt durch die Donau gefielen uns. Eine schöne Stadt. Vermutlich Nummer 4 auf der bisherigen Städte-Hit-Liste von Europa.

Auf dem Weg nach Kroatien blieben wir noch an ein paar Orte am Balaton stehen. Zu meiner Kindheit, fuhr man zum Balaton weil es billiges Bier gab. Das schien sich nicht verändert zu haben. Ich kann nicht sagen wieviel ein Bier kostet, wir sahen jedoch genügend Betrunkene um davon auszugehen, dass es nicht viel sein konnte.


Kroatien

Rovinj in Croatia
Rovinj, Kroatien

Wir besuchten Zagreb, eine nette kleine Stadt, dessen Hype wir aus der Backpacker-Szene nicht verstehen konnten. Wir wanderten im kleinsten und unbekanntesten Nationalpark Kroatiens Risnjak.

Anschliessend genossen wir den nostalgischen Charme von Opatia, einem in der Zeit stehen gebliebenen Ort, der aus italienischen und österreichischen Einflüssen entstanden zu sein schien.

Wir erkundeten noch ein wenig Istrien mit Pula und Rovinj, wo wir Freunde aus Österreich trafen und mit ihnen ein paar feine Tage verbrachten.

Wir fuhren weiter. Unserem eigentlichen Ziel entgegen – Griechenland. Einige Kilometer nach Rijeka stoppten wir an einer Tankstelle, sahen uns an und sagten zum selben Zeitpunkt “Ich will nicht nach Griechenland”.

Was wir eigentlich meinten, war dass wir nicht länger in Kroatien bleiben wollten. Albanien und Montenegro schien uns nach unseren Erfahrungen in Kroatien und den zahlreichen Blogs, die sich mit den Ländern beschäftigten, noch weniger verlockend. 

Unseren kurzen Aufenthalt zusammengefasst, war Kroatien kein Land für uns. Unhöflich, unfreundlich und ungastfreundlich (ist das überhaupt ein Wort?) sind die Worte die mir zu Kroatien einfallen. Im Gespräch wurde uns erklärt, dass dies einfach die Kroatische Art ist. Dazu ist es vermutlich das teuerste Land, in dem wir bisher in Europa waren. Wie wir auf unserer Reise gelernt haben, nahmen wir auch hier  Kulturunterschiede nicht persönlich. Jedes Land hatte seine Geschichte und daraus resultiert entsprechendes Verhalten.

Wir berieten uns kurz und lachten beide als wir wieder gleichzeitig, England als unser nächstes Ziel nannten.

Wir lieben unser Leben und das Reisen und an einem Tag wie diesen, einfach den Plan für Monate über den Haufen zu werfen – um so mehr.

Und so fuhren wir drei Tage lang nach Calais in Frankreich, wo eine Fähre wartete, um uns auf die Insel zu bringen.


Nachwort über den Blog

Für diejenigen unter euch, die es bis zu dieser Stelle im Artikel geschafft haben, habe ich noch ein paar Worte zu unserem Blog.

Die Artikel, die wir hier erstellt haben, spiegeln leider nur einen kleinen Teil unserer Erlebnisse und unseren bisherigen Reise. 

Warum eigentlich ? Ich war stets im Zwiespalt, welche Erlebnisse und Tipps über einen Ort oder Gegebenheiten ich tatsächlich geben kann. Was kann ich schon über eine Stadt sagen, die ich nur ein oder zwei Tage besucht habe? Ich kenne Reisende wie wir, die eine TOP 10 Liste einer beliebigen Stadt nach nur einem Tag anfertigen und online stellen, ich kenne Reisende, die Länder beschreiben, die sie nur eine Woche bereist haben und ich wollte ganz einfach nicht einer von denen sein. Ich habe viele dieser Blogs gelesen und festgestellt, dass sie selten der Realität entsprechen.

Nach einem interessanten Gespräch mit einem Freund werden wir nun wesentlich öfter, das Ziel ist einen Artikel pro Woche veröffentlichen, um unsere Sicht der Welt, in der wir uns jeweils befinden, wiederzugeben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen Alles Gute. Folgt uns auf Instagram oder Facebook, gebt uns Feedback und gaaaanz wichtig – Lebt euer Leben!

Möchtet Ihr mehr über uns erfahren, besucht unsere Über uns Seite.

Hi, ich bin Jürgen. Die meisten kennen mich als Jay. I know, das kann manchmal verwirrend sein. Wie ich zu meinem neuen Namen gekommen bin, hat mit hunderten falschen Starbucks Bechern, die allesamt mit anderen Namen beschriftet waren, zu tun. So kraftvoll wie in diesen letzten Jahren ist mir das Leben noch nie begegnet und es darf mich nicht wundern, dass ich das Reich von schnellen und unpersönlichen Geschäften und dem Erfüllen der Erwartungen der Gesellschaft hinter mir gelassen habe. Ich habe mein Sakko gegen Wanderkleidung und Shorts getauscht, das Aftershave gegen Insektenspray und mein Auto gegen einen Camper.

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