Was für ein fantastisches Jahr. Wir sitzen händehaltend am weissen Sandstrand. Vor uns das türkis leuchtende Meer. Die Sonne ist vor einer guten Stunde aufgegangen und hat den Himmel in atemberaubende Orange- und Rottönen getaucht. Es ist Silvester und zum Jahreswechsel feiern wir unser neues Leben zum dritten Mal.

Seit drei wunderbaren Jahren sind wir in der Welt unterwegs. Wie jedes Jahr dieser letzten drei besten Jahren unseres Lebens, sehen wir dem Jahreswechsel mit einem weinenden und einem lachenden Augen entgegen. Das weinende Auge sieht ein weiteres Jahr unseres Lebens verstreichen. Das lachende Auge blickt auf ein Jahr voller Leben und interessanter Begegnungen, Abenteuer und Entdeckungen zurück.

Ein Jahr voller Liebe und Freundschaft, Tränen und Gelächter, hunderten Sonnenuntergängen, Küsse in unterschiedlichsten Ländern, wildromantischen Nächte in der Natur, Staunen und Begeisterung. Wir hatten gesundheitliche Probleme, wurden aus der Wildnis gerettet, wurden von Freunden aufgenommen, als wir Hilfe brauchten, erlebten die #blacklifematters Geburt in Minneapolis, verloren Geld bei einer Firmengründung, erlebten eine Pandemie in vielen Ländern auf zwei Kontinenten, wurden von korrupten Polizisten mit der Waffe bedroht und trauernden mit Freunden. Und dafür sind wir dankbar.

Warum muss man irgendwo ankommen?

Dieses Jahr, unserem dritten Jahr auf Reisen hörten wir immer öfter von Freunden und Familie eine Aussage: “Irgendwann müsst ihr ja mal ankommen”. Was sie eigentlich meinten war “Wann hört ihr endlich mit diesem Lotterleben auf” oder “Wann sucht ihr euch wieder ein richtiges Leben”.

Wenn Menschen wie wir den Mut finden, etwas Neues zu probieren, bedrohen wir andere Menschen. Gute Menschen, vernünftige Menschen, Menschen, denen wir seit Jahren vertrauen. Unsere Ambitionen erinnern diese Menschen an den Schmerz ihrer eigenen Versäumnisse. Von diesen Menschen werden wir verspottet und werden Ziel von “scherzhaften” Bemerkungen. Wir werden “gestichelt” und in Frage gestellt. Und für einen sehr kurzen Moment überlegen Menschen wie wir, ob es die richtige Entscheidung war. Stop! Egal, um was es geht, es war und ist eine gute Entscheidung. 

Jede gute Idee, jedes gute Vorhaben, jede Veränderung ist beleidigend für irgendjemanden

Jede gute Idee, jedes gute Vorhaben, jede Veränderung ist beleidigend für irgendjemanden. Dies ist die Natur vom Neuen. Denn alles Neue bedeutet Veränderung. Und Veränderung ist gefährlich, da es mit dem Sicheren und Bekannten kollidiert. Bedenke: Wenn du den Mut findest, etwas Neues zu probieren, sagt dies aus, dass dich das Alte nicht erfüllt. Und das ist eine Kritik für all die jenen, die zurückbleiben, die das Alte aussitzen. 

Diese Menschen werden verteidigend und aggressiv. Da werden schnell ein paar passive-aggressive “Scherze” in deine Richtung geschossen und es werden Hunderte gute Gründe gefunden, warum du noch einmal darüber nachdenken solltest. Was sie wirklich zum Ausdruck bringen ist: “Wenn du das Alte herausforderst, forderst du MICH heraus.” Dreamzappers, wie wir solche Menschen nennen, sind überall. Sie finden sich bei der Arbeit, in deiner Familie und nicht selten in deinem Bett.

Es liegt an dir, du selbst zu sein

Und unter dem Druck dieses Kreises aus Freunden und Familie, werden wir klein und wir überlegen erneut. Und eine leise flüsternde Stimme in deinem Inneren sagt dir: Vielleicht haben sie recht, vielleicht sollten wir “auf Nummer sicher gehen”, oder “es aussitzen” oder “dankbar sein für das, was wir haben”. Dies ist übrigens der schlechteste Ratschlag ever. Weltweit. Dankbar zu sein, für das was man hat, ist der Grund warum so Viele von uns in einem Jobs bleiben, den sie hassen, in einer Beziehungen feststecken, die sie krank macht und in einem langweiligen und uninspirierten Dasein stecken, dass sie Leben nennen.

Es ist nicht immer einfach seinem Traum zu folgen. Es ist nicht einfach, sich selbst zu vertrauen oder mutige Entscheidungen zu treffen, mit der Freunde und Familie nicht übereinstimmen. Es ist nicht einfach, sein Leben nach seinen eigenen Regeln zu führen. Es ist nicht einfach, die Arme hochzureißen und zu sagen “Yayyyy, ich kündige meinen Job und reise durch die Welt” oder “Yayyy, ich eröffne einen Blumenladen in der Provence und serviere meinen Kunden Rawcakes” oder “Yaayyy, ich werde Schriftsteller” oder Musiker oder Fotograf oder – ihr wisst schon. Auch wenn wir in einem Zeitalter leben, in dem dies alles möglich ist, treiben die meisten Menschen träge durchs Leben und versuchen keine schlimme Krankheit zu bekommen.

Und wir müssen euch an dieser Stelle Folgendes mitteilen: Niemand da draussen richtet über euch und leuchtet euch den Weg. Nicht das grosse Komitee der guten und bösen Taten, kein Gott, nicht das Universum und ganz sicher nicht eure Familie. Es liegt an dir, du selbst zu sein.

Wie es sich herausstellte, änderte eine radikale Selbstwahrnehmung und Vertrauen, alles für uns. Wir brachen von einem alltäglichen, eintönigen Leben auf, um uns heute in der besten und wunderbarsten Version von uns selbst wiederzufinden. Und dafür sind wir dankbar und brechen voller Abenteuerlust in das vierte Jahr unseres neuen Lebens auf. 

Wir glauben ganz fest daran, dass Du den Mut hast, Du zu sein. Happy New Year.

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